August 31

Wehr Dich endlich

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Statt sich zu wehren: Harmonie und lieb sein im falschen Moment

Wehr Dich endlich!

Dein verzweifelter Aufruf an Dein Kind, sich nicht mehr alles gefallen zu lassen.

Länger schon erzählt Dein Kind Dir von Situationen in der Schule, bei denen es immer den Kürzeren zieht und es sich lieber gefallen lässt, als sich selbst und damit die eigenen Grenzen zu wahren.

Die aktuelle Situation ist kurz davor, ins Mobbing zu eskalieren.

Es tut Dir weh, Dein Kind so zu sehen.

Denn Du siehst, was all das mit der Seele Deines Kindes macht.

„Ich hab sie ganz lieb darum gebeten, mir einen gebastelten Flieger wiederzugeben. Aber sie haben nur gelacht und ihn weiter durch die Luft geworfen …“

Häufig reicht „ganz lieb darum bitten“ leider nicht aus ...

Dein Kind ist stark harmoniebedürftig, was ihm auf keinen Fall zum Vorwurf werden soll!

Doch leiden Selbstwert und Selbstvertrauen massiv unter den Angriffen, denen Dein Kind ausgesetzt ist.

Je früher es beginnt, sich dagegen zu behaupten und sich selbst zu schützen, desto schneller wird es verinnerlichen sich zu verteidigen und sich auch im späteren Leben durchsetzen und abgrenzen können.

"Wehr Dich endlich!" denkst Du und fühlst Dich hilflos, Dein Kind so unglücklich zu sehen.

Es kommt immer wieder vor, dass …

  • Dein Kind verletzenden und fiesen Sprüchen ausgesetzt ist
  • Deinem Kind Gegenstände (Schulsachen, das Lieblingsspielzeug, selbstgeschaffene Dinge aus dem Unterricht, Sportsachen,…) weggenommen werden
  • Dein Kind ausgelacht wird
  • Dein Kind mit etwas beworfen wird
  • Dein Kind bereits Opfer von körperlichen Angriffen wird
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Wehr Dich endlich: kein Ratschlag wirkt

Du hast Deinem Kind Ideen mitgegeben, Ratschläge, um etwas an die Hand zu geben, sich dagegen zu wehren.

Doch Dein Kind ist gehemmt oder hat schlechte Erfahrungen gemacht, wenn es versucht hat, gegen die anderen anzugehen.

Vielleicht ist es dadurch noch schlimmer geworden und nun traut sich Dein Kind gar nicht mehr.

Dass Dich das verzweifeln lässt ist in jeder Hinsicht nachvollziehbar.

Es gilt, diesen einen Rollwiderstand (Angst, sich zu wehren) zu überwinden, damit Dein Kind sich selbstsicher und selbstbewusst entwickeln kann.

Damit es persönliche Freiheit, Zufriedenheit und Selbstverwirklichung erlebt.

Ohne sich ständig Sorgen machen zu müssen, wann die nächste doofe, komische oder beängstigende Situation kommt, wird Dein Kind sich viel besser auf den Unterricht konzentrieren können und im persönlichen Wachstum strahlen.

Die Stärke, um diese Herausforderungen zu meistern, trägt jedes Kind in sich.

Lass uns ein paar Tipps durchgehen, wie Du diese Stärke und das Selbstbewusstsein bei Deinem Kind noch besser fördern kannst, sodass es unbeschwert durch die Schulzeit geht.

wehr Dich endlich: eine Anleitung für Dein Kind

Damit Dein Kind lernt, sich gegenüber anderen besser zu behaupten, ist es wichtig, folgende Punkte mit Deinem Kind durchzugehen:

1. Die Körperhaltung

Übe mit Deinem Kind eine aufrechte Haltung einzunehmen, die Schulter nach hinten, Kopf hoch.

Zeige Deinem Kind den Unterschied zwischen einer geduckten und einer aufrechten Haltung.

Wie wirken diese jeweils auf Dein Kind?

Übe immer wieder spielerisch mit Deinem Kind, sich groß zu machen und aufzurichten.

2. Im Zweifel die Situation verlassen

Es ist ganz klar, dass Dein Kind nicht von heute auf morgen 100% selbstsicher wird und sich gleich überall behaupten kann.

Zeige und sage deinem Kind, dass es völlig okay ist, wenn es in einer Situation gar nicht weiter weiß und sich unwohl fühlt.

Niemand braucht Gemeinheiten durch andere "ertragen".

Wenn Dein Kind sich nicht traut, dagegen anzugehen, darf und sollte es die Situation verlassen.

3. Blickkontakt und eine deutliche Aussage (Gib mir jetzt das wieder!)

Beispiel: Deinem Kind wird seine Jacke weggenommen.

Übe das in einer Art des Rollenspiels mit Deinem Kind.

Wenn Du die Jacke wegnimmst, nimmt Dein Kind die aufrechte Körperhaltung ein die ihr geübt habt, schaut Dir direkt in die Augen und sagt klar und deutlich „Stopp!“ „Gib mir meine Jacke wieder!“

4. Schlagfertigkeitstraining

Schlagfertigkeit lässt sich üben.

Sammle mit Deinem Kind die aktuellen Sprüche, denen es ausgesetzt ist.

Zum Beispiel: „Du bist so dumm wie Brot!“

Nun gibt es verschiedene Antwortmöglichkeiten:

a) Fakten

„Aha, dumm zu denken Brot kann dumm sein.“

b) Bestätigen und ins Lächerliche ziehen

„Wow, herzlichen Glückwunsch, Du hast ja den absoluten Durchblick!“

c) Überraschende Zustimmung + Konter

„Genau, aber zum Glück nicht so dumm wie Du.“

d) Abprallen lassen und zurückspielen

„Erzähl das doch jemanden, der sich für Deine Dummheit interessiert.“

e) Dazwischen reden

"Du bist so dumm wie …" „Hör auf zu reden. Deine Dummheit tut weh.“

Beschreibt zum Beispiel Karteikarten und gehe die Sprüche gemeinsam mit Deinem Kind immer wieder durch, sodass es Sicherheit bekommt.

5. Sport oder Selbstverteidigungstraining für die Selbstwirksamkeit

Sport oder Selbstverteidigungstraining stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit Deines Kindes, welches sich auch mental und verbal positiv auf das Selbstbewusstsein Deines Kindes auswirkt.

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Kommt Dein Kind mit einer konkreten Situation nach Hause, die es beschäftigt und bei der es nicht weiter weiß lege ich Dir folgende Schritte an Herz:

  • Zuhören & Zustimmung Bsp.: „Ja, das stimmt, es ist nicht in Ordnung von X und Xy, dass sie Dir das weggenommen haben“.
  • Sicherheit Bsp.: "Ich bin für Dich da, zusammen finden wir eine Lösung"
  • Selbstreflexion Bsp.: "Wie hat sich das in dem Moment abgefühlt? Wie fühlt sich das jetzt an?"
  • Welcher Gedanke hindert Dein Kind daran, Dich dagegen zu wehren
  • Wenn Dein Kind die Antwort nicht weiß, probiere Dich so gut es geht in Dein Kind hineinzuversetzen und so die Gefühle nachzuvollziehen und ihm so zu helfen, seine Gefühle zu benennen
  • Fremdreflexion D.h.: was könnte das Motiv der anderen sein? Zum Beispiel die eigene Unsicherheit, die überspielt wird oder Unzufriedenheit. Hierbei geht es darum, Deinem Kind ein Gefühl dafür zu geben, dass es in der Situation für die anderen jemand ist, an dem sie ihre eigene innere Unzufriedenheit auslassen und Dein Kind NICHT daran Schuld ist)
  • Was hätte Dein Kind gerne anders gemacht, was wäre eine gute Lösung der Situation gewesen, damit es sich besser anfühlt? Das zu besprechen ist sehr wichtig, damit Dein Kind routinierter wird im lösungsorientierten Gedankengang und künftig selbstschützend reagieren kann.

Wehr Dich endlich: Dann heißt es üben, üben, üben!, damit Dein Kind die nötige Selbstsicherheit erlangt.

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ein klarer Geist wirkt beruhigend auf ein aufgewühltes Inneres

Bitte hab auch ein Auge auf Dich und erlaube es Dir, tief durchzuatmen und möglichst geduldig und ruhig in das Training und die Übung mit Deinem Kind zu gehen.

Denn je ruhiger Du selbst bist, desto besser wird Deine Intuition Dir dabei helfen, Dein Kind zu unterstützen und zu stärken.

Dein Kind fühlt sich gesehen und Deine innere Ruhe wirkt ebenso beruhigend auf Dein Kind, sodass es sich schnell in der Übung wohl fühlt und Selbstvertrauen aufbauen kann.

Ihr werdet das schaffen, denn das Band zwischen Eltern und ihrem Kind ist das stärkste bestehende Band zwischen Menschen.

Gemeinsam werdet ihr den richtigen Weg finden, damit Dein Kind selbstbewusster wird und lernt, sich besser zu behaupten.

Wehr Dich endlich: Nimm am besten den Druck raus. Dein Kind hat sein eigenes Tempo und mit Geduld und Zeit wird es selbstbewusster werden.

Oft möchten Eltern ihren Kindern mit Aussagen wie "Wehr Dich endlich", "Ach, das ist doch alles nicht so schlimm. Geh da gegen an" oder "Es kann doch nicht so schwer sein, Dich gegen die anderen durchzusetzen" helfen, doch so fühlt das Kind sich viel eher unverstanden und zieht sich mehr zurück.

das ist ja alles schön und gut, ich gebe mein Bestes, aber es fruchtet nicht …

Keine Sorge, Du hast NICHT versagt.

Du hast viele Möglichkeiten ausgeschöpft, Dein Kind bestmöglich zu unterstützen.

Machmal braucht es einfach ein wenig Unterstützung von Außen, um den Stein ins Rollen zu bringen.

Diese stelle ich Dir in meinen wöchentlichen Blogartikeln kostenfrei und unverbindlich zur freien Verfügung.

Du findest viele weitere Tipps, Anregungen und Anleitungen zum Thema Kinder und Familie.

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